Scheidung und Kinder

Kinder, Sorgerecht und Umgangsrecht

Umgansrecht und Sorgerecht für Kinder bei Scheidung

Im Interesse der Kinder und Eltern

Vorab: Im Interesse der Kinder und der Eltern sollte alles, aber auch wirklich alles getan werden, um die Kinder aus dem gerichtlichen Scheidungsverfahren herauszuhalten, sie haben durch die Trennung der Eltern schon genug zu schultern.

Heraushalten aus dem Scheidungsverfahren bedeutet vor allem:

Den Kindern liebende Eltern bleiben, mit aller Verantwortung, die Eltern für ihre Kinder haben. Die Kinder benötigen noch mehr Sicherheit und Verlässlichkeit als dies ohnehin der Fall ist, sie müssen sich auch nach der Trennung auf beide Elternteile voll und ganz verlassen können.

Einigung über das Umgangsrecht: Möglichst klare Absprachen zwischen den Eltern, wann die Kinder zu dem Elternteil gehen, bei dem sie nicht wohnen. Diese Vereinbarung sollte unbedingt und strikt eingehalten werden, von beiden Seiten.

Keine Instrumentalisierung der Kinder: Die Trennung und die Gründe, die zur Trennung geführt haben müssen zwischen den Eltern ausgetragen werden. Alle abwertenden Äußerungen über den anderen Elternteil sind strikt zu unterlassen. Kinder sind keine Verbündete im Kampf gegen den getrennt lebenden Ehegatten, auch wenn noch so erbittert um Unterhalt und Zugewinn gestritten wird.

Sorgerecht

Generell soll das Sorgerecht bei beiden Elternteilen gemeinsam bestehen bleiben. Dies bedeutet, dass auch künftig alle wichtigen Entscheidungen von beiden zu treffen sind: Einschulung, Berufsausbildung, Operationen, religiöse Erziehung, Anlage und Verwendung von Kindesvermögen, etc. Häufig besteht die Befürchtung, dass bei einem Entzug der elterlichen Sorge die Kinder weggenommen werden. Das ist falsch: auch ohne elterliche Sorge besteht ein Recht auf Umgang mit dem Kind, das nur in Ausnahmefällen entzogen werden kann.

Alle alltäglichen Entscheidungen trifft ohnehin derjenige Elternteil, bei dem sich das Kind aufhält.

Falls sich die Eltern in einer bedeutsamen Frage nicht einigen können hat das Gericht auf eine Einigung hinzuwirken. Falls dies nicht gelingt wird vom Gericht die Entscheidungsbefugnis auf einen Elternteil übertragen. Oberstes Entscheidungskriterium ist immer das Kindeswohl.

Unter engen Voraussetzungen kann die elterliche Sorge ganz entzogen werden, nämlich dann, wenn das Wohl des Kindes durch missbräuchliche Ausübung der elterlichen Sorge oder Vernachlässigung des Kindes nachhaltig gefährdet wird.

Nach wie vor kann die Übertragung der elterlichen Sorge auf einen Elternteil beantragt werden. Einem derartigen Antrag ist stattzugeben, wenn der andere Elternteil zustimmt oder die Übertragung des Sorgerechts dem Wohl des Kindes am besten entspricht.

Umgangsrecht

„Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kinder verpflichtet und berechtigt“ so die zentrale Vorschrift der gesetzlichen Regelung. Wenn es dem Wohl des Kindes entspricht haben auch Großeltern und Geschwister ein Recht auf Umgang mit dem betroffenen Kind.

Auch der nichteheliche Vater und auch der nicht sorgeberechtigte Vater haben ein Umgangsrecht. Selbiges gilt natürlich auch für die Mutter.

Sinnvoll ist es, wenn sich die Eltern im Rahmen einer Umgangsregelung selbst einigen können. Sollte dies nicht möglich sein trifft das Gericht eine Umgangsentscheidung.